80 JAHRE

 

 BRIEFMARKENSAMMLER VEREIN

 

 FAVORITEN

 

 

VON DER GRÜNDUNG BIS ZUM JAHR 1935

Schon in den frühen 1920er-Jahren gab es in Favoriten eine große Zahl von Briefmarkensammlern, die sich zwanglos in verschiedenen Gasthäusern des zehnten Wiener Gemeindebezirkes - damals ein reiner Arbeiterbezirk - entlang der Favoriten- und Gudrunstraße zum Markentausch trafen. Obwohl die Gründung eines Sammlervereines immer wieder angeregt wurde, konnten sich die Sammler vielleicht wegen der damaligen politischen Verhältnisse zu einem solchen Schritt nicht durchringen. Aus dieser Zeit existiert ein vergilbtes Foto, welches zehn ehrwürdige, mit gewaltigen Schnurrbärten versehene, ältere Herren beim Eingang des eben eröffneten Waldmüller Parks zeigt, daneben eine Werbetafel mit der Aufschrift: 

 

HALT! BRIEFMARKENSAMMLER!

Tauschzusammenkünfte auch für Anfänger!

 

- was beweist, dass sich diese zehn älteren Herren als echte, bereits fortgeschrittene Sammler betrachteten.

Erst im Jahr 1930 schloss sich eine kleine Runde dem

1.ABSV (Arbeiter Briefmarken Sammler Verein) als „Sektion Favoriten“ an. In der ersten Vorstandssitzung am 18. Oktober 1930 wurden 31 Mitglieder namentlich einzeln bestätigt, zum Jahreswechsel 1931 zählte man schon 45 Herren, Damen hatten damals noch nicht zur Philatelie gefunden, man war also „unter sich“. Bereits im Jahr 1931 kam es zu den ersten Differenzen unter den Gründervätern und ein Teil löste sich vom 1.ABSV und machte sich selbständig. Ab nun gab es zwei Vereine in Favoriten, die

 

SEKTION FAVORITEN IM 1. ABSV

und die

FREIE BRIEFMARKENRUNDE FAVORITEN

 

Diese Gruppierungen lassen durchaus den vorsichtigen Rückschluss zu, dass die Markensammler damals nicht ganz frei waren von parteipolitischen Einflüssen. Es ent-stand ein harmloser Konkurrenzkampf, der nicht tragisch genommen wurde, denn trotz aller weltanschaulichen Differenzen waren auf beiden Seiten vernünftige Samm-lerfreunde am Werk, die zwar immer wider eine Fusion anstrebten, aber ihre eigenen Schatten nicht übersprin-gen konnten oder wollten.

Dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 1933 folgte ein Verbot der politischen Parteien und somit die Auflösung des (linken) Arbeiter Briefmarken Sammler Vereines. Die „Sektion Favoriten“ trennte sich aber noch rechtzeitig und machte sich selbständig unter dem Vereinsnamen:

 

BRIEFMARKENSAMMLERFREUNDE WIEN-SÜD

 

Am 22. April 1934 hielt dieser 43 Mitglieder zählende, neue Verein seine erste Generalversammlung ab. Der Mitgliedsbeitrag betrug für die vollzahlenden Mitglieder 1.- Schilling, für die Arbeitslosen, die damals leider die überwiegende Zahl an Mitgliedern stellte 50 Groschen.

Die einmalige Gästegebühr wurde mit 10 Groschen festgesetzt. In der zweiten Ausschuss-Sitzung 1934 wurde beschlossen, zwölf arbeitslosen Sammlerfreunden eine besondere Weihnachtsüberraschung zu bereiten: es wurde jedem ein Lebensmittelpaket im Wert von je 3,50 Schilling überreicht. Der dafür erforderliche Betrag von 42.- Schilling wurde durch eine Tombola aufgebracht….

In der dritten Ausschuss-Sitzung am 16. Jänner 1935 gelang endlich eine Übereinstimmung über den Zusammenschluss der beiden Sammlergruppen, die insgesamt 61 Mitglieder gaben sich den Vereinsnamen

BRIEFMARKENSAMMLER VEREIN

FAVORITEN

und schlossen sich nach langer, hitziger Diskussion dem Verband Österreichischer Philatelistenvereine an, dem der

BSV   FAVORITEN

wie er bald nur mehr in Kurzform genannt wurde, heute noch unter der Mitgliedsnummer 46 angehört.

Die politische und finanzielle Lage wurde immer bedrohlicher, und manches der damaligen Mitglieder konnte sich einen Kaffeehausbesuch nicht leisten. Obwohl es bereits einen Bargeld-Markentausch gab, betrieb man dennoch bevorzugt den bargeldlosen Tauch. Und wer sich gar ein Sondermarken-Abonnement leisten konnte, der erzählte es nicht weiter im Verein herum, zumal die Post damals alle Sondermarken-Sätze nur zum doppelten Nennwert verkaufte. Deswegen wurde auch an der Briefmarkenpolitik der Post heftig Kritik geübt und Österreich in der Briefmarkenpresse als „Raubstaat“ gebrandmarkt. Das hat aber unsere Vorfahren nicht davon abgehalten, ihr oft nur sehr geringes Bargeld in die wunderschönen Serien zu investieren. Die Briefmarke galt als die „Aktie des kleinen Mannes“ und war für den Normalbürger, also den Arbeiter, eine der ganz wenigen Möglichkeiten, das unsichere Bargeld, die Inflationsjahre 1920 bis 1923 waren noch in lebhafter Erinnerung - in Sachwerte zu investieren. Diese Rolle sollte die Briefmarke noch bis Ende der 1950er-Jahre spielen.

  

 

VON 1935 BIS ZUR AUFLÖSUNG 1941

Da die meisten der damaligen Mit-glieder dem Arbeitermilieu entstammten, war während der Zeit des Bundesstaates ratsam, möglichst jede politische Tätigkeit zu unterlassen, um den Fortbestand des Vereines zu sichern. Man pflegte aus naheliegenden Gründen den Kontakt zur Vaterländischen Front VF und veranstaltete vom 12. bis zum 19. Dezember 1937 eine Weih-nachts-Briefmarkenschau mit Sonderpostamt und dem ersten Sonderstempel.

Der Entwurf des Sonderstempels ist, auch mit heutigem Maßstab gemessen, seiner Zeit weit voraus gewesen. Einen Weihnachtsbaum auf Kosten der Schrift ins Bild zu stellen, war damals eine gewagte künstlerische Entscheidung. Das durch rohe Holzbalken gebildete Viereck als äußere Einfassung mit gleichzeitiger Gliederung der Bild-fläche in mehrere voneinander unabhängige Teilabschnitte durchbrach die bisherige Tradition der Rundstempel. Trotz der beiden Buchstaben V.F. für Vaterländische Front, der seit 1934 einzig zugelassenen politischen Partei im Ständestaat Österreich, blieb man dennoch unpolitisch in einer höchst politischen Zeit. Jedenfalls zählt dieser Sonderstempel zu den schönsten, die jemals gezeichnet wurden.

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde von den Sammlern zwar über alle Maßen philatelistisch gewürdigt und mit einer wahren Flut an Belegen „dauerhaft“ dokumentiert, veranlasste aber trotzdem die Funktionäre des BSV Favoriten zu vorsichtiger Passivität des Vereinslebens. Schließlich und endlich wurde nach genauen, eingehenden Prüfungen die unpolitische Tätigkeit anerkannt und der Verein für würdig befunden, sich dem Reichsbund Deutscher Philatelisten anzuschließen. So wortreich wurde damals die Eingliederung in eine der zahlreichen, allumfassenden nationalsozialistischen Organisationen umschrieben, wo-gegen man sich natürlich nicht wehren konnte. Sieben nichtarische Mitglieder mussten ausgeschlossen werden und sie verließen bald darauf ihre Heimat. Der Obmann hieß fortan „Vereinsführer“, seine Mitarbeiter wurden nicht mehr gewählt, sondern von ihm „ernannt“, zu den Versammlungen oder Ausschuss-Sitzungen wurde nicht mehr eingeladen, sondern zum „Vereinsappell befohlen“.

Statutengemäß waren diese Appelle mit dem Deutschen Gruß zu eröffnen und man verabschiedete sich mit der neuen Grußformel „Heil Hitler!“.

Der Briefmarkentausch mit dem Ausland war ab sofort verboten und die ebenso verbotenen Dollfuss-Briefmarken verschwanden aus den Alben und wurden zu Hause heimlich verwahrt. Ansonsten ging das Vereinsleben ungestört weiter und am 15. Jänner 1939 entstand sogar eine eigene Jugendgruppe, bis plötzlich und unerwartet 1940 die „Stillhaltekommission“ die Einstellung des Ver-eines verfügte. Trotz Einspruches wurde der BSV Favoriten als „nicht kriegswichtig“ verboten und das geringe Kapital vom RM 139.- auf dem Postsparbuch für verfallen erklärt.

 

 

DIE ZERSTÖRUNG, DIE ZEIT BIS 1945

Trotz der 1941 für endgültig erklärten Auflösung des Vereines trafen sich die wenigen nicht zur Wehrmacht eingezogenen, älteren Sammlerfreunde zwanglos in unregelmäßigen Abständen im Café Kellner auf der Favoritenstraße zwischen Gürtel und Columbusplatz. Für die „Sammlerkameraden“ an der Front wurden die Neuausgaben besorgt und sorgfältig verwahrt, was viele wieder zu „Sammlerfreunden“ werden ließ. Dann begannen die Luftangriffe auf Wien und schon in einer der ersten Angriffswellen wurde das Klublokal von einer Bombe getroffen, da es in unmittelbarer Nähe der weitläufigen Gleis-anlagen des Süd- und Ostbahnhofes lag, die vorrangiges, strategisches Ziel für die Bombenflieger waren. Mit dem Café Kellner versank das gesamte Inventar samt den vielen Unterlagen der Vereinsgeschichte, den Listen der Mitglieder und Gefallenen, in Schutt und Asche.

 

 

DIE ERSTEN NACHKRIEGSJAHRE

Bis zum August 1945 waren aber trotzdem die Tauschabende im notdürftig zusammengeflickten Café Kellner gut besucht. Da es jedoch in der ersten Zeit der russischen Besatzung nicht ratsam war, auffällige Versammlungen abzuhalten, blieben die Treffen eher zufällig und „unbeabsichtigt“. Die Philatelie hatte sich über den Zusammenbruch hinweg retten können und wurde sogar, so paradox es heute klingen mag, in Zeiten bitterster Not und Hungers zunehmend interessanter. Und wieder sprach man von der Briefmarke als der „Aktie des kleinen Mannes“, mit der man nicht nur seine geringen finanziellen Güter über den Währungsverfall hinweg retten konnte, sondern auch so manche Marke mit dem Konterfei des Führers bei sammelwütigen US-Soldaten gegen Lebensmittel und Zigaretten eintauschte. Gerüchten zufolge soll sogar die Staatsdruckerei in der Wollzeile Hitlermarken auf Bestellung durch US-amerikanische Markenhändler bis in die späten 1940er-Jahre nachgedruckt haben, immer dann, wenn die Amerikaner das Kommando über den 1. Bezirk inne hatten..…

In dieser freudlosen Zeit war es immer wieder ein Licht-blick, wenn gefallen oder vermisst geglaubte Sammlerfreunde aus der Kriegsgefangenschaft zurück nach Hau-se kamen, bei vielen sollte es noch Jahre dauern.

 

 

DER WIEDERAUFBAU NACH 1947

Am 7. April 1947 setzten sich die „Übriggebliebenen“ zur ersten Ausschuss-Sitzung nach dem Krieg zusammen, um den BSV Favoriten neu zu gründen. Die finanzielle Lage des Vereines war prekär, der neue Schilling fast wertlos geworden und das wenige gesparte Geld lag auf Sperrkonto, Tauschhefte gingen „verloren“, die Funktionäre mussten privat in die Geldbörse greifen, um den finanziellen Zusammenbruch zu verhindern. Mit einem Anschluss an den Arbeiter Briefmarken Sammler Verein versuchte man das Wenige zu retten, was zu retten war und eine Delegation wurde zur Erkundung zum ABSV geschickt. Nach ernsthaften Überlegungen blieb man aber selbständig und wollte sich nicht - zumal in der russischen Zone – parteipolitische binden.

 

 

DIE SUCHE NACH EINEM VEREINSHEIM

Überraschend schnell stieg die Zahl der Mitglieder: sie schwankte zwischen unglaublichen 250 und 450 Sammlerfreunden und damit entstand gleichzeitig das Problem des Vereinslokales. Obwohl die Bombenschäden bald beseitigt worden waren, erwies sich das vertraute Café Kellner als zu klein. Bei jeder Generalversammlung, bei jeder Ausschuss-Sitzung, bei jeder Tauschzusammenkunft war man von der Problematik der Unterbringung unmittelbar berührt. So übersiedelte der Verein in das Café Annahof in die Tolbuchinstraße 16. In Wirklichkeit übersiedelte man jedoch in die Laxenburger Straße 16, weil die Bevölkerung die von der russischen Besatzungs-macht aufgezwungene Umbenennung niemals akzeptiert hat, und wer nach dem Stalinplatz fragte, wurde zum Schwarzenbergplatz geschickt und die Brücke der Roten Armee blieb die Reichsbrücke. Diese Übersiedlung brachte leider nur eine kurzfristige Verbesserung der Situation.

Die meisten Kaffeehäuser in der Umgebung waren noch zerstört, hatten noch keine Fensterscheiben oder keine Einrichtung, weil die Sessel im kalten Winter 1946/47 einfach verheizt worden waren.

 

 

DER ERSTE „BSV-FAVORITEN- SONDER-STEMPEL“ 1955

Obwohl der aktuelle Kassenstand zum Jahresanfang 1955 nur 450,52 Schilling betragen hatte, beschloss man dennoch, das 25-jährige Bestandsjubiläum mit einer Werbeschau und Festversammlung feierlich zu begehen.    

Schon im Jänner 1955 wurde mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen und ein Festkuvert gedruckt, doch niemand konnte vorausahnen, dass es während der Ausstellung am 8. und 9. Oktober 1955 keine Tolbuchinstraße mehr geben werde.

Das Festkuvert gibt als Sitz des Vereines noch die Adresse Tolbuchinstraße 16 an, der Abschluss des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 war im Jänner noch nicht vorher zu sehen.
Das Festkuvert gibt als Sitz des Vereines noch die Adresse Tolbuchinstraße 16 an, der Abschluss des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 war im Jänner noch nicht vorher zu sehen.

Nur wenige Tage zuvor hatte der letzte russische Soldat den 10. Bezirk verlassen und damit stand der Veranstaltung kein Hindernis mehr im Wege. Zur Ausstellung im Festsaal der Favoritner Bezirksvorstehung waren der Generalpostdirektor, der Präsident des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine und der Bezirksvorsteher als Ehrengäste erschienen. Gezeigt wurden historische Poststempel aus Favoriten, Länder-, Motiv-, Flugpost- und Ganzsachen-Sammlungen, das Postmuseum stellte auf den Bezirk Bezug nehmende Postdokumente und Modelle zur Schau. Die Ausstellung war an beiden Tagen überraschend gut besucht, auch wenn uns die genauen Zahlen nicht überliefert sind. Zum Erfolg trug der wunderschöne Sonderstempel wesentlich mit bei.

Im Jahr 1960 beschloss man deshalb zum 30-jährigen Bestandsjubiläum am 10. Oktober die neuerliche Verwendung dieses Entwurfes, wählte aber wegen der Unter-scheidbarkeit der fast bildgleichen Stempel die Farbe grün. Wegen dieser Stempelfarbe war nur die Beförderung von Postkarten und Briefen im Inland möglich und es wurde sogar ein Sonderflug nach Klagenfurt zur Feier 40 Jahre Kärntner Volksabstimmung durchgeführt. Deshalb gab es auch den Ersttagstempel. Auf die Idee war man gekommen, weil der Pilot der einmotorigen Cessna Markensammler und Vereinsmitglied war. 

Die Veranstaltung war in der Nummer 1 des Nachrichtenblattes des BSV Favoriten angekündigt worden, das nochmit einer Schreibmaschine auf Wachsmatritze getippt und per Handkurbel-Druckmaschine vervielfältigt, an 444 Mitglieder zum kostenlosen Versand kam. Diese beiden repräsentativen Veranstaltungen hatten einen Zustrom von neuen Mitgliedern zur Folge, was die Platzfrage bei den Zusammenkünften noch weiter verschärfte. Um dieser unbefriedigenden Situation ein wenig abzuhelfen, verfiel man auf die Idee - gleichsam als Ventil -, einmal jährlich einen Großtauschtag auszurichten.

 

 

JÄHRLICHE GROSSTAUSCHTAGE AB 1963

Schon für den ersten Großtauschtag am 10. November 1963 wählte der Vereinsvorstand die denkmalgeschützten Gartensäle des Favoritner Arbeiterheimes in der Laxenburger Straße 8 -10. Wegen deren beeindrucken-den Größe bestanden ernsthafte Bedenken, ob genügend Besucher kommen würden, was sich sofort nach der Eröffnung als völlig unnütz erwies, denn der Besucherzustrom übertraf alle Erwartungen. Der 2. Groß-tauschtag am 7. Oktober 1964, der 3. Großtauschtag am 7. November 1965 und der 4. Großtauschtag am 2. Oktober 1966 bewiesen die Notwendigkeit dieser philatelistischen Veranstaltungen, um die engen Vereinsgrenzen zu sprengen und neue Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Sie wurden dadurch zu einer fixen Institution für die nächsten Jahre. Am 9. und 10. Oktober 1965 feierte der Verein seinen 35. Geburtstag mit einer neuerlichen Briefmarken-Werbeschau und dem dritten Sonder-stempel seit der Neugründung. Dazu wurde ein eigenes Festkuvert aufgelegt, das im Stichtiefdruck das Logo des BSV Favoriten in der heute noch verwendeten Form zeigt.

 
altes Dreieck
altes Dreieck
neues Dreieck
neues Dreieck

 

Ab dem 5. Großtauschtag am 1. Oktober 1967 veranstal-tete  man gleichzeitig Werbeausstellungen und suchte bei der Generaldirektion um Sonderpostämter an.

 

Großtauschtag 1. Oktober 1967 Die Spinnerin am Kreuz
Großtauschtag 1. Oktober 1967 Die Spinnerin am Kreuz
Großtauschtag 6. Oktober 1968; Das städtische Amalienbad
Großtauschtag 6. Oktober 1968; Das städtische Amalienbad

 

Von allem Anfang an wurden für die Sonderstempel Mo-tive aus dem 10. Bezirk gewählt und leider lassen sich die Namen der Entwerfer und nicht mehr ermitteln.

 

Großtauschtag 5. Oktober 1969 Vereinslogo
Großtauschtag 5. Oktober 1969 Vereinslogo
Großtauschtag 11. Oktober 1970;  Spinnerin am Kreuz
Großtauschtag 11. Oktober 1970; Spinnerin am Kreuz

Die Einrichtung von Sonderpostämtern bedingte gleich-zeitig eine Ausdehnung der Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr, was wieder zur Folge hatte, dass viele Besucher auch aus dem Nahbereich Niederösterreichs und den weiter entfernten Wiener Bezirken den Weg nach Favo-riten attraktiv fanden und die Besucherzahl von mal zu mal anstieg.

Im Jahr 1969 wurde abermals ein Lokalwechsel vollzo-gen und der Verein übersiedelte in das Café Reiter in der Quellenstraße. Für die im gleichen Jahr neu entstandene Jugendgruppe hatte man ein Kellerlokal in der Landgut-gasse gefunden, um der tristen und insgesamt unerfreu-lichen Kaffeehausatmosphäre auszuweichen. Denn mit jedem Kaffeehausbesuch war Konsumation verbunden, die immer wieder Anlass bot für unangenehme Spann-nungen zwischen den Kellnern und unseren Mitgliedern. Die Jugend musste da von allem Anfang an herausgehal-ten werden.

 

 

1971: 40 JAHRE BSV FAVORITEN

Trotz des nur verschobenen Problemes mit der Unterkunft beging man vom 21. bis 23. Mai 1971 das 40-jährige Bestandsjubiläum im Rahmen der Wiener Festwochen mit einer neuerlichen Briefmarkenausstellung. Die Werbeschau wurde ganz groß sowohl in der Fach als auch in der Tagespresse angekündigt. Dabei wurde der BSV Favoriten als der „vielleicht größte Briefmarkensammler Verein Österreichs - wenn man von Sektionen absieht“ bezeichnet. Das „vielleicht“ hätte man damals mit ruhigem Gewissen weglassen können, denn er war tatsächlich der größte philatelistische Einzelverein Österreichs und ist es bis heute geblieben.

 

Jubiläums-Vignette;     Stahlstich, selbstklebend
Jubiläums-Vignette; Stahlstich, selbstklebend
Sonderpoststempel     Bezirkswappen und Vereinslogo, Zweckumschrift
Sonderpoststempel Bezirkswappen und Vereinslogo, Zweckumschrift

Auf 320 m2 Ausstellungsfläche wurde aufgeboten, was damals gut und teuer war, die Spezialsammlungen er-regten Interesse nicht nur unter den Fachleuten. Der Entwerfer zahlreicher österreichischer Briefmarken Prof. Otto Zeiller (z.B: Freimarken-Bautenserie 1962 Werte zu 70g, 2,50, 3.- und 3,50 oder die Freimarkenserie „Schö-nes Österreich“ ab 1973) wurde zu einer Autogramm-stunde gebeten. Das Festkuvert dazu (Abb. links unten)  und die Jubiläumsvignette, beide in   Stichtiefdruck, ent-warf Werner Pfeiler, der im Jahr zuvor im BSV Favoriten seine philatelistische Heimat gefunden hatte und am Anfang einer steilen Karriere als Briefmarken-Entwerfer und Stecher stand. Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Prof. Otto Zeiller und Werner Pfeiler sollte be-reits zwei Jahre später in der unübertroffenen Freimar-kenserie „Schönes Österreich“ ihren ersten Höhepunkt erfahren. 

Werner Pfeiler, in der Zwischenzeit auch mit dem Titel Professor geehrt, gehört bis heute als künstle-rischer Berater der Vereinsleitung des BSV Favoriten an und alle Entwürfe zu den Sonderstempeln, den Fest- kuverts und vieles andere mehr stammen ausschließ-lich von seiner Hand. Der Entwurf des Sonderstem- pels zum 40-jährigen Jubi- läum wurde dann in leicht abgeänderter Zeichnung für den 9. Großtauschtag am 3. Oktober herangezogen. Weil sich diese beiden Sonderstempel sehr ähnlich sind, wurde der zum Groß-tauschtag übersehen und ist heute kaum zu finden. Veranstaltunsort sowohl für das 40-jährigen Jubiläum als auch für den 9. Großtausch-tag war wiederum das Arbeiterheim auf der Laxenburger Straße, diesmal allerdings in seiner Gesamtgröße, denn die historischen Gartensäle allein konnten den Besucher-ansturm nicht mehr fassen, sodass selbst der kleinste Winkel genützt werden musste. Das sollte auch für die späteren Großtauschtage zutreffen.  

 

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